Unsere Arbeit begann Mitte der 1980er Jahre als zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Stadt im Zweiten Weltkrieg. Obwohl in Dresden mit großen öffentlichen Aufwand an jedem 13. Februar der Luftangriffe auf die Stadt im Zweiten Weltkrieg gedacht wurde, überdeckte die politische Inanspruchnahme des Erinnerns durch die DDR-Institutionen das historische Geschehen. Im Gestus einer bürgerschaftlichen Geschichtswerkstatt begannen wir, den Alltag der Menschen in Krieg und Zerstörung, ihre Lebensumstände und Haltungen, ihr Leid und ihre Verstrickungen in die nationalsozialistischen Verbrechen zu erforschen. Wichtigste Quelle waren Interviews mit Menschen der Erlebnisgeneration. Unsere erste Ausstellung eröffnete im September 1989.
Erst nach dem Ende der DDR öffneten sich auch für uns die Archive. Erste Buchpublikationen und Medienarbeit wurden möglich. Seit 1991 als Verein »Interessengemeinschaft 13. Februar 1945« arbeitend, richteten sich unsere Forschungen zunächst auf die Realgeschichte unserer Region im Zweiten Weltkrieg. In diesem Bereich waren großflächig Forschungslücken zu schließen, die in den 1990er Jahren zunächst zivilgesellschaftlich, außerhalb der etablierten Wissenschaftseinrichtungen adressiert wurden.
Als wir ab Mitte der 1990er Jahre unser erinnerungskulturelles Engagement ausweiteten, verschob sich der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit in Richtung Geschichtspolitik und kollektives Erinnern. Unsere Arbeiten zur Symbolgeschichte der »Zerstörung Dresdens« wurden wegweisend. Seither haben wir, ehrenamtlich wie alle unsere Aktivitäten, mehrere Forschungsprojekte zu erinnerungskulturellen Entwicklungen, zu einzelnen Medien und Orten des kollektiven Erinnerns durchgeführt. Wir arbeiteten mit renommierten internationalen Universitäten zusammen und haben international wissenschaftlich publiziert. Ein besonders öffentlichkeitswirksames Forschungsprojekt war die Dresdner Historikerkommission zur Zahl der Luftkriegstoten, die auf unsere Initiative zurückging. Wir leiteten ein Teilprojekt der Kommission, an dem auch mehrere ältere Mitglieder aus der Erlebnisgeneration unterstützend mitwirkten.
Kennzeichnend für unsere Arbeit ist die intensive Verknüpfung der Forschungen mit historisch-politischer Bildung und künstlerischer Reflexion.