Unsere Gruppe versteht sich als Teil eines internationalen bürgerschaftlichen Netzwerks für Frieden und Menschenrechte. Das dies möglich wurde, verdanken wir vor allem einigen älteren Mitgliedern: Sie gingen mit Empathie und Solidarität auf Menschen zu, die wie sie aus ihren Erfahrungen von Krieg und Gewalt die Verpflichtung für heutiges Engagement ableiten. Im Bewusstsein unserer Verantwortung für deutsche Verbrechen wurden für uns Menschen in vier Orten besonders wichtig: im baskischen Gernika, im polnischen Wielun, im englischen Coventry und im tschechischen Lidice. Unterstützt durch großartige Brückenbauer – vor allem Juan Gutierrez in Gernika – gelangen immer wieder Begegnungen und Gespräche mit den Überlebenden deutscher Gewalt. So wuchsen Verständnis, Nähe und Vertrauen, die schließlich gemeinsame Aktionen ermöglichten. Die Älteren öffneten uns ihre Orte und Netzwerke: Wir lernten Aktivist:innen und Institutionen kennen, die uns zu wichtigen Partnern wurden.
Ausgehend von diesen Erfahrungen konnten wir unsere Begegnungen und Arbeitsbeziehungen international ausweiten – unter anderem nach Bosnien, Ungarn, Russland, Israel und Palästina, nach Japan und in die USA. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Betroffenen von Krieg, Gewalt und Unrecht eine wirksame moralische Autorität für Frieden, Menschenrechte und Demokratie entwickeln können. Wir wissen jedoch auch, dass Zeitzeugenschaft medial ausgebeutet, politisch instrumentalisiert und für Zwecke gebraucht werden kann, die wir ablehnen. Um so wichtiger sind uns Begegnung, Austausch und gemeinsames Engagement.