Begegnung der Generationen und Kulturen

Unsere Gruppe hat sich über mehrere Jahrzehnte vor allem als intergenerationelles Projekt verstanden, in dem sich ältere Menschen gemeinsam mit jüngeren engagieren. Ein wesentlicher Teil der Gruppenmitglieder und des großen Netzwerks an Unterstützenden gehörte zur Erlebnisgeneration von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg in unserer Region. Trotz unterschiedlicher Biografien und Haltungen einte sie ein Motiv: Nie Wieder! Im Begegnen und gemeinsamen Tun mit Jüngeren gelang es immer wieder, sich über Generationen hinweg emphatisch aufeinander einzulassen, voneinander und miteinander zu lernen.

Mittlerweile sind viele Menschen dieser Generation nicht mehr aktiv oder bereits verstorben. Dennoch ist der intergenerationelle Ansatz für uns weiter wichtig. Nun rücken die biografischen Erfahrungen der näher liegenden Jahrzehnte stärker in den Fokus – mit Alltag und Diktatur, mit Neuanfang und Verlust, mit Frieden und Gewalt. Die heute Älteren sind zudem Zeugen der immer wieder neuen, oft konflikthaften Veränderungen im Erinnern an NS-Diktatur und Krieg.

Begegnung zwischen den Kulturen bedeutete für unsere Gruppe ab dem Ende der 1990er Jahre zunächst Zugehen auf Überlebende von Krieg und Gewalt, auf Aktivisten für Frieden und Menschenrechte in Europa – und später in der Welt. Diese Erfahrungen haben uns sensibler gemacht für die zunehmende Vielfalt auch in unserem Land. So versuchen wir weiter, unsere Projekte mit Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Kulturen zu gestalten. Wir sind davon überzeugt, dass in dieser Gemeinschaft das Potenzial für eine friedfertige und gerechte Gesellschaft zu finden ist.