Engagement für verantwortungsbewusste Erinnerungskulturen

Aus dem Erinnern an National­sozialismus, Krieg und DDR-Gesellschaft leiten wir eine gemeinschaftliche und persönliche Verantwortung für die Gestaltung einer friedlichen, menschenwürdigen und demokratischen Gesellschaft ab. Unsere Gruppe engagiert sich aktiv für die Bewahrung und Entwicklung zukunftsweisender, verantwortungsbewusster und bürgerschaftlicher Erinnerungskulturen. Wir fördern den demokratischen Diskurs um das geschichtliche Selbstverständnis unserer Gesellschaft. Zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, politischen Initiativen und wissenschaftlichen Forschungen sind das Ergebnis dieses Engagements.

Wir arbeiten in Dresden. Die Luftangriffe auf unsere Stadt im Zweiten Weltkrieg werden bis in die Gegenwart konfliktvoll öffentlich erinnert. »Dresden 1945« wurde von der deutschen Kriegspropaganda symbolhaft überhöht und als Entlastungsargument für eigene Verbrechen positioniert. Seither ist das Erinnern an die Zerstörungen im Februar 1945 für unterschiedlichste politische Zwecke in Dienst genommen worden. Dies schrieb die Symbolerzählung fort und festigte sie. Nach wie vor beziehen sich gesellschaftliche Gruppen darauf und nutzen sie öffentlichkeitswirksam für aktuelle Anliegen, teils mit diametral unterschiedlichen Deutungen. Vor diesem Hintergrund empfinden wir eine besondere Verantwortung für uns und unsere Stadt, das Erinnern an NS-Diktatur und Krieg verantwortungsbewusst zu gestalten. Wir setzen uns dafür ein, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auf das Engagement für Frieden, Menschenrechte und Demokratie auszurichten. Wir widersetzen uns, wenn das Erinnern für Nationalismus, Geschichtsrevisionismus und Gewalt missbraucht wird.